Ibk: Human-Animal Studies Konferenz 6. - 8.2.

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Ibk: Human-Animal Studies Konferenz 6. - 8.2.

von rebell » Mi 22. Jan 2014, 14:25

Human-Animal Studies Konferenz
Im Spannungsfeld zwischen ethischen Werten und wissenschaftlicher Objektivität


An der Universität Innsbruck findet vom 6. - 8. Februar 2014 erstmalig eine internationale Konferenz zum Thema Human-Animal Studies statt.

Die Human-Animal Studies sind ein junges, boomendes interdisziplinäres Forschungsfeld, das die Tier-Mensch Beziehungen als zentralen Ausgangspunkt seines Forschungsinteresses nimmt. In Anbetracht der historisch, kulturell, aber auch innergesellschaftlich sehr heterogenen, ambivalenten und widersprüchlichen Beziehungsformen stellt sich die Frage nach der Bedeutung „des Tiers“ und der Tier-Mensch-Beziehungen für die Human-, Geistes- und Sozialwissenschaften.

Folgende Themenfelder sind durch eigene Sektionen vertreten:
Das Tier in der Sprache
Das Tier in Literatur und Medien
Das Tier in Philosophie und Religion
Das Tier in Geschichte und Recht
Das Tier in den Sozialwissenschaften

Die um ein Rahmenprogramm (Workshops, Konferenzdinner für Vortragende, Buchpräsentationen, Diskussion zu Tierversuchen am 5.2. Vorabend der Konferenz im Haus der Begegnung*) ergänzten deutsch- oder englischsprachigen Vorträge finden vom 6.2. bis 8.2., jeweils ab ca. 9:00 bis Nachmittag/Abend an der Uni Innsbruck statt.

Besonders möchten wir auf den Abendvortrag des bekannten Wolfforschers Kurt Kotrschal hinweisen: „Überbewertete Artgrenzen: Warum Menschen mit anderen Tieren soziale Beziehungen eingehen können“ (6.2.14, 19.00 Uhr: Aula im Universitätshauptgebäude).
Das genaue Programm kann auf http://www.uni-innsbruck.at/news/has aufgerufen werden.

Die Konferenz ist für alle Interessierten inner- und außerhalb der Universität frei zugänglich.

Infos: http://www.uni-innsbruck.at/news/has
* Infos zur Veranstaltung im Haus der Begegnung: http://www.dibk.at/index.php?id=7&detai ... &portal=13
Kontakt: reinhard.heuberger@uibk.ac.at oder reingard.spannring@uibk.ac.at


Unterstützt von: Universität Innsbruck, PHT, LIFE www.life-tierrechte.org , ÖH Innsbruck, Die Grünen Tirol, Minding Animals
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Re: Ibk: Human-Animal Studies Konferenz 6. - 8.2.

von rebell » So 26. Jan 2014, 14:24

Kurt Kotrschal "Überbewertete Artgrenzen: Warum Menschen mit anderen Tieren soziale Beziehungen eingehen können"

Im Rahmen der Human-Animal Studies Konferenz in Innsbruck spricht der bekannte Verhaltensbiologe/Wolfsforscher Kurt Kotrschal zum Thema "Überbewertete Artgrenzen: Warum Menschen mit anderen Tieren soziale Beziehungen eingehen können"

Der Vortrag findet am Do. 6.2. ab 19 Uhr in der Aula der Universität Innsbruck (Hauptgebäude) statt und ist wie auch die gesamte Konferenz frei für alle Interessierten zugänglich.

Im Anschluss laden wir zu einem kleinen veganen Buffet und Austausch.

Infos: http://www.uni-innsbruck.at/news/has
fb-Event zur Konferenz: https://www.facebook.com/events/1413203262251337/



Abstract zum Vortrag:
Warum sind moderne Menschen daran interessiert, mit Kumpantieren zu leben und können dies auf der Beziehungsebene tatsächlich auch? Aufgrund ihrer evolutionären Vergangenheit als großhirnige Jäger und Sammler sind Menschen generell biophil. Der artvergleichende Ansatz der organismischen Biologie zeigte eine Reihe grundlegender Strukturen und Funktionen des Verhaltens, der Physiologie und des Gehirns, die im zwischenartlichen Sozialkontakt relevant sind, und die zwischen Menschen und anderen Tieren geteilt werden. Entweder weil diese im Laufe der Evolution konservativ beibehalten wurden, und daher zwischenartlich nicht nur homolog und meist sogar funktionsähnlich blieben, oder weil sie bei diversen Verwandtschaftsgruppen konvergent, also parallel, aus unterschiedlichen Vorläuferstrukturen, im identischen Funktionskontext entstanden. Zu den herkunftsgleichen sozialen Hirneilen zählt etwa das über 450 Millionen Jahre konservativ erhaltene „Soziale Netzwerk des Gehirns“, welches von Fisch bis Mensch für die grundlegende Steuerung des sozio-sexuellen Verhaltens zuständig ist. Die gemeinsamen Stresssysteme und gleichartige Prinzipien der Individualentstehung und der Variabilität von Persönlichkeit bei den unterschiedlichsten Tierarten sind weitere Faktoren, welche die Kommunikation und sogar das Sozialisieren zwischen den Arten ermöglichen. Dies bedeutet auch, dass eminent psychologische Phänomene, wie Bindung, Attachment, Fürsorgeverhalten und ganz generell, die Werkzeuge für das Management sozialer Beziehungen biologisch grundgelegt sind. Menschen teilen mit anderen Tieren also das grundlegende soziale Gehirn und zentrale Teile der sozialen Physiologie, was uns zwischenartliche Sozialbeziehungen auf Basis von emotionaler Kongruenz und wechselseitiger Empathie erlaubt.

Zur Person: Kurt M. Kotrschal, Mag.rer.nat., Prof. Dr.
Seit 1990 Leiter der Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie in Grünau/Oberösterreich (www.klf.ac.at) und Professor am Department für Verhaltensbiologie, Fakultät für Lebenswissenschaften, Universität Wien. Mitbegründer des Wolfsforschungszentrums (www.wolfscience.at), Leiter einer Arbeitsgruppe Mensch-Tierbeziehung an der Universität Wien (http://mensch-tier-beziehung.univie.ac.at/); Präsident des IEMT und des Vereins Schulhund.at. Forschung an hormonalen, kognitiven und energetischen Aspekten sozialer Organisation und an Mensch-Tierbeziehung. Publiziert auch zu gesellschaftlichen Aspekte von Wissenschaft. Etwa 200 wissenschaftliche Beiträge in Fachzeitschriften, Buchbeiträge und Bücher.
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