16.11. Tierethik Diskussionsrunde @Schenke

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16.11. Tierethik Diskussionsrunde @Schenke

von zamenis » Mi 6. Nov 2013, 22:44

Tierrechte/Tierbefreiung/Antispeziesimus. Sobald man anfängt sich aktiv zu engagieren, stößt man auf verschiedenste Ansätze, ja sogar verschiedenste Diskurse. Schnell erkennt man, dass 'die Bewegung' eigentlich ein ziemlich heterogenes Konstrukt ist, mit vielen Problemfeldern und Reibungspunkten, an denen sich unterschiedliche Positionen gegenseitig angreifen. Was allen gemein ist, ist die Übereinkunft, dass man nicht planlos drauf los arbeiten kann, immerhin meine man es ja gut und das würde auf jeden Fall Tiernutzung beenden und soziale Gerechtigkeit herbeiführen...
Wir bieten einen geordneten (und verdammt gemütlichen) Rahmen, diese Diskurse wieder zu beleben und gemeinsam daran heranzugehen. Tee und Kuchen, respektvoller Umgang und eine spannende Diskussion, an der sich jede_r beteiligen kann. Du hast ein Thema, dass dich besonders interessiert? Du möchtest auf gewisse Themen hinweisen oder Problemfelder stark machen? Oder möchtest dir einfach mal wieder neuen Input holen?
Komm zur Diskussionsrunde.

Veranstaltungsort ist wieder der Kostnix-Laden Die Schenke in Wien, Pfeilgasse 33 --> http://www.dieschenke.org/, Uhrzeit: ab 19:00

Da wir die Themen möglichst basisdemokratisch bestimmen wollen, haben alle interessierten Menschen die Möglichkeit, welche per Kommentar vorzuschlagen, es kommt dann ab Samstag (9.) zur Abstimmung per doodle. Werden den doodle dann hier veröffentlichen.

Wir freuen uns schon auf eure Vorschläge - und ganz besonder auf die gemeinsame Diskussion. Bisher war die Stimmung immer sehr nett, der Umgang respektvoll, die Schenke gemütlich und die Diskussion konstruktiv ;)
zamenis
 
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Re: 16.11. Tierethik Diskussionsrunde @Schenke

von zamenis » So 10. Nov 2013, 19:02

So...die Themen:

die Vorschläge sind gemacht - wir können zur Abstimmung weitergehen. Trag dich bis inkl. Mittwoch in den Doodle ein und bestimme so mit, welches Thema wir gemeinsam nächsten Samstag diskutieren werden. Zur Auswahl stehen 4 spannende 'Topics', zwei alte, zwei neue. Ich bin ja schon gespannt, welches die meisten Stimmen bekommen wird ;)

http://doodle.com/4a3x6vwywrwxamri


1) Willensfreiheit & Bewusstsein in Bezug auf Tierrechte
Was bedeutet die These des Determinismus für die Tierethik? Müssen wir unsere Konzeption von Willensfreiheit anpassen? Ist Bewusstsein die Grundlage aller Ethik? Welche Arten von Bewusstsein gibt es?
2) Kann eine Tierrechtsbewegung, die sich nicht auch dezidiert zu Menschenrechten bekennt, mehr als eine "ethische Seifenblase" sein?
Tierbefreiung und Tierrechte scheinen in der linken Szene großteils Fremd- oder Reizwörter zu sein, steht in der Ausgabe 63 von Malmoe. Wie verhält es sich umgekehrt? Wie sehr werden rassistische, sexistische und andere Gewaltverhältnisse in "der" Tierrechts- bzw. Tierschutzbewegung toleriert (besonders auch jener in Wien). Gibt es traditionellerweise eine Bekenntnis gegen weitreichendere Diskriminierung in der Tierrechts- bzw. Tierschutzbewegeung?
3) Grenzen und Schattenseiten des Veganismus - ein Meinungsaustausch
Vegan, quo vadis? Diskutiert gemeinsam in einem geschützten Rahmen über die Schattenseiten des (gutgemeinten) Veganismus. Wo sind die Grenzen eures Veganismus? Was davon ist, weil es 'im Moment nicht anders geht' (im Tierversuch geteste Produkte) und wo würdet ihr gesellschaftliche Grenzen setzten (Tierversuche für lebensrettende Medikamente)? Ist der 'vegan lifestyle' zum 'vegan consumerism' verkommen - oder wäre das gar eine Verbesserung? Sind Produkte aus sklavenartigen Produktionsverhältnissen, Palmöl und co. eigentlich noch vegan?

4) Kritik veganer Identität
Also ich weiß ja nicht, wie's euch geht, aber nach mittlerweile über 2 Jahren Aktivismus ist der Großteil meiner Freund_innen vegan. Leider nicht, weil sie durch mich vegan geworden sind, sondern weil ich einfach meine Zeit lieber mit schon veganen Menschen verbracht habe und mich nur bei wenigen alten Freund_innen um Kontakt bemüht habe...
Und ich habe den Eindruck, dass es nicht nur mir so geht. Aber warum? Sind vegane Menschen wirklich besser? Oder hat das vielleicht mit Identität zu tun, konkrete Strukturen an die sich Menschen, sobald sie in 'die Szene' eintreten, anpassen? Strukturen, die verinnerlicht werden? Strukturen, die Ausschluss anderer fördern und Uniformität hervorrufen? Woran liegt es eigentlich, dass es so eine große Fluktuation unter den Aktiven gibt? Welche Annahmen machen wir ständig, ohne es uns bewusst zu sein?
Stellen wir uns gemeinsam die Fragen, die wir sonst lieber beiseitelassen...
zamenis
 
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Re: 16.11. Tierethik Diskussionsrunde @Schenke

von zamenis » Fr 15. Nov 2013, 10:16

Die Abstimmung ist gemacht - und eigentlich gibt es einen Gleichstand. Jeweils 4 Personen haben für "2) Kann eine Tierrechtsbewegung, die sich nicht auch dezidiert zu Menschenrechten bekennt, mehr als eine 'ethische Seifenblase' sein?" und für "4) Kritik veganer Identität" gestimmt. Die einzige Person, die nicht für diese zwei Themen gestimmt hat, hat allerdings neben ihrem Namen "T" angemerkt "oder Thema 2". Wir haben uns jetzt mal entschlossen, das als Mehrheit gelten zu lassen - solange es also keine Einwände gibt - werden wir uns Samstag damit auseinandersetzten:

Kann eine Tierrechtsbewegung, die sich nicht auch dezidiert zu Menschenrechten bekennt, mehr als eine "ethische Seifenblase" sein?
Tierbefreiung und Tierrechte scheinen in der linken Szene großteils Fremd- oder Reizwörter zu sein, steht in der Ausgabe 63 von Malmoe. Wie verhält es sich umgekehrt? Wie sehr werden rassistische, sexistische und andere Gewaltverhältnisse in "der" Tierrechts- bzw. Tierschutzbewegung toleriert (besonders auch jener in Wien). Gibt es traditionellerweise ein Bekenntnis gegen weitreichendere Diskriminierung in der Tierrechts- bzw. Tierschutzbewegung?

Wir würden uns außerdem über weiteren Input freuen: wer also Artikel,Textausschnitte, Studien oder sonstiges Zeug, das passend zu dem Thema ist, hat, könnte das auch gleich posten. Ich hab mir auf jeden Fall schon die Zeit eingeplant, mich ein wenig einzulesen und werd mich vielleicht auch noch mal melden, falls ich was Gutes gefunden haben sollte.
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Re: 16.11. Tierethik Diskussionsrunde @Schenke

von frantz » Fr 15. Nov 2013, 12:55

Hallo zamenis!

ich bin jetzt auf die Diskussionsrunde aufmerksam geworden.

Das Thema klingt auch sehr interessant:
"4) Kritik veganer Identität
Also ich weiß ja nicht, wie's euch geht, aber nach mittlerweile über 2 Jahren Aktivismus ist der Großteil meiner Freund_innen vegan. Leider nicht, weil sie durch mich vegan geworden sind, sondern weil ich einfach meine Zeit lieber mit schon veganen Menschen verbracht habe und mich nur bei wenigen alten Freund_innen um Kontakt bemüht habe...
Und ich habe den Eindruck, dass es nicht nur mir so geht. Aber warum? Sind vegane Menschen wirklich besser? Oder hat das vielleicht mit Identität zu tun, konkrete Strukturen an die sich Menschen, sobald sie in 'die Szene' eintreten, anpassen? Strukturen, die verinnerlicht werden? Strukturen, die Ausschluss anderer fördern und Uniformität hervorrufen? Woran liegt es eigentlich, dass es so eine große Fluktuation unter den Aktiven gibt? Welche Annahmen machen wir ständig, ohne es uns bewusst zu sein?
Stellen wir uns gemeinsam die Fragen, die wir sonst lieber beiseitelassen..."

Weil ich ernähre mich jetzt seit 1 Jahr vegan und bemerke diese Verschiebung auch bei mir! Ich würde da gerne mehr darüber erfahren, weil es mich direkt betrifft.
Beim nächsten Mal stimme ich mit ab.

Das eigentliche Thema, das diskutiert wird, ist mir nicht so vertraut/nahe, um mehr ein Grund, die Veranstaltung zu besuchen!

lg, frantz
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