VGÖ beim Weltvegetarierkongress

Bereits vor 100 Jahren fand in Dresden das 1. Weltvegetariertreffen statt

1908 waren es etwa 20 Vegetarier_innen, die sich in Dresden zusammenfanden, um sich über Ernährung, Gesundheit und Ethik auszutauschen. Ein Jahrhundert später feierten über 700 Vegetarier_innen und Veganer_innen das Jubiläum abermals in Dresden beim Weltvegetarierkongress im Kulturpalast.

Weltvegetarierkongress in Dresden

Die in Deutsch oder Englisch, teilweise mit Simultanübersetzung, gehaltenen Vorträge reichten von Rohkost bis zur vegetarischen Biografie Kafkas. Besonderes Augenmerk legten einige Vortragendenden auf die ernährungsökologischen Aspekte des Vegetarismus mit Fokus Klimawandel. So auch Martin Schlatzer, ehrenamtlicher Klimaexperte der Veganen Gesellschaft Österreich (Artikel hier nachzulesen). Ebenso beleuchteten Prof. Peter Hines und Dr. Matthew Cole aus England den s.g. "Nutztiereffekt".

Von der Vegan Society England war Dr. Stephen Walsh geladen. Der europaweit führende Experte in Sachen vegane Ernährung hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, diese zu erforschen und zu optimieren und präsentierte seine neuesten Erkenntnisse. Die kanadischen Ernährungswissenschaftlerinnen Brenda Davis und Vesanto Melina sind bekannt für zahlreiche Publikationen auf dem Gebiet veganer Ernährung und Mitautorinnen des vielzitierten Positionspapiers über vegetarische Ernährung der ADA und Dietitians of Canada. In Dresden referierten sie zu gesundheitlichen Aspekten des Veganismus, Rohkost, Diabetes und Lebensmittelallergien. "Sport und fleischlose Ernährung" war ebenfalls Thema von Vorträgen. Es sprach dazu u.a. Cinzia Chiarenza über ihr Training zum "Champion of the World" und zur "Miss Universe". So wurde die optimale Nährstoffzufuhr für beste Ergebnisse beim Sport in Form von Vitaminen, Kohlenhydrate und Proteine erläutert.

Besonders innovative Vorträge zu Wirtschaft und Politik wurden auch von VGT-Aktivisten präsentiert. Mag. Kurt Schmidinger thematisierte Future Food nicht nur als neuen Trend im Lebensmittelsektor, sondern auch als Lösung für Klimawandel, Ressourcenknappheit und Massentierhaltung. Ralph Chaloupek, Vorsitzender der TRP – Tierrechtspartei Österreich, stellte sich einer Podiumsdiskussion mit Esther Ouwehand (Parlamentsabgeordnete der Partei für die Tiere, 2 Mandate, Niederlande) und Stefan Bernhard Eck (Bundesvorsitzender der Partei Mensch-Umwelt-Tierschutz – Die Tierschutzpartei, Deutschland) zur Notwendigkeit des politischen Engagements für Tierschutz und Tierrechte.

Barbara Rütting, politisch aktive Schauspielerin sprach im beim Kongress von "Lust und Frust einer vegetarischen Abgeordneten – ein Bericht der Alterspräsidentin des Bayrischen Landtags" und bei der Dresdener Kundgebung für die Tierschutzgefangenen über die besorgniserregenden Entwicklungen in der österreichischen Judikatur. Sie schloss sich damit einer Reihe prominenter Stimmen, die sich kritisch zur Gefangennahme äußern, an. Das Interesse am Thema "Tierschutz hinter Gittern" zeigte sich auch in Deutschland sehr deutlich und so folgten bei der Kundgebung vor dem österreichischen Konsulat rund 400 Zuhörer_innen und Mitdemonstrant_innen Rüttings Worten.

Auch in der Lobby des Kulturpalastes, wo der Verein Gegen Tierfabriken und die Vegane Gesellschaft Österreich einen reichhaltigen Infotisch präsentierten, äußerten unzählige Menschen im Gespräch mit den 25 angereisten Aktivist_innen beider Vereine ihre Besorgnis zum Paragraphen 278a, der fortgesetzten U-Haft der 10 Aktivist_innen und dem Hungerstreik von DDr. Martin Balluch, Obmann des VGT. Die meisten Interessierten, die zum Infotisch kamen, waren erstaunlich gut über die Ereignisse am und nach dem 21. Mai, dem Tag der Verhaftungen, informiert, erkundigten sich nach Neuigkeiten und unterschrieben eine Petition, die am letzten Kongresstag dem Honorarkonsulat in Dresden überreicht wurde.

 

Mit Vortragenden aus über zehn Ländern, über zwanzig Vorträgen pro Tag und fünf Kongresstagen bot sich eine Fülle an Einblicken in internationale Arbeit und Informationen zu den neuesten Entwicklungen. Es soll hierbei nicht unerwähnt bleiben, dass alle angebotenen Speisen, vom täglichen Mittagessen bis hin zum Gala Dinner, rein pflanzlich gehalten wurden und die Tendenz auch allgemein sehr stark in Richtung vegane Lebensweise ging!

 

 

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