TIERSCHUTZ TRIFFT UMWELTSCHUTZ

Der Klimawandel ist uns heute allen ein Begriff. Eine FAO Studie wies nach, dass die Tiernutzung ein größerer Faktor für den Klimawandel ist, als Verkehr oder Industrie. Ist ein nachhaltiger ökologischer "Fußabdruck" mit Tierproduktion überhaupt möglich?

Müssten nicht allein deshalb Tierschutz und Umweltschutz enger zusammenarbeiten, auch und gerade auf politischer Ebene? In der Politik scheint der Umweltschutz ein relevanteres Thema zu sein. Tierschutz, vor allem die "Nutztier"-Problematik, wird totgeschwiegen. Denken wir an die frühen Kampagnen gegen Walfang, war Tierschutz einmal ein Teil von Umweltschutz. Aber bei der Entscheidung der EU, im Rahmen des REACH-Projekts Chemikalientests an Tieren im großen Stil nachzuholen, standen sich Tierschutz und Umweltschutz konträr gegenüber. Heute gibt es auch eine Tierrechtspartei, nicht nur in Österreich, sondern in vielen europäischen Ländern. Sind Tierschutz und Umweltschutz also ganz getrennte Themen geworden?

Im Don-Bosco Haus gab es am 13.06.2007 zum Thema eine lebendige Diskussion nach vier äußerst informativen Referaten von Vertretern verschiedener Umwelt- und Tierschutzgruppierungen.

Den Anfang machte Franz Gratzer vom Verein Gegen Tierfabriken, der in seinem Vortrag auf den enormen Ressourcenverbrauch, der mit Tiernutzung einhergeht, aufmerksam machte.

Im Anschluss daran referierte Ernährungsexperte Martin Schlatzer von der VGÖ über den Zusammenhang "Klima und Ernährung" und stellte Tier- und Pflanzenprodukte im Bezug auf den herstellungsbedingt erforderlichen Kohlendioxid-Gehalt einander gegenüber und schloss daraus, dass eine (rein) vegetarische Ernährung praktizierter Umwelt- und Klimaschutz sei.

Der nächste an der Reihe, DI Jurrien Westerhof von Greenpeace, überraschte mit seinem Vortrag über "Schweinehochhäuser", sogenannte "Agroparks". Nicht als Greenpeace-Plädoyer für solche Anlagen gedacht, ist es ein Denkansatz zu einem Thema, dass sowohl Tier- als auch Umweltschutzvertreter früher oder später ohnehin beschäftigen wird.

Den Abschluss bildete der Vortrag von Dipl. Pol. Jens Karg von Global 2000. Danach folgte eine lange, teils emotionale, aber lebendige Diskussion über mögliche Kooperationstätigkeiten - so wurde zB. angeregt, das Buffet bei Umweltveranstaltungen von professionellen Köchen der Veganen Gesellschaft zubereiten zu lassen und vor allem beim Thema Klimaschutz wurde eine bessere Vernetzung angeregt. So wurde von Dipl. Pol. Jens Karg auf den ökologischen Fußabdruck von Greenpeace aufmerksam gemacht (www.footprint.at), in dem ein hoher Konsum von Tierprodukten sich mit geringerer Nachhaltigkeit auswirkt. Den "Fußabdruck" gibt es übrigens auch vom WWF (www.fussabdruck.at), er verdeutlicht wohl am anschaulichsten den Zusammenhang zwischen den Themen Tier- und Umweltschutz.

 

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