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Tierrechte - eine Befreiungsbewegung


Eine Befreiungsbewegung trägt die Forderung Vorurteile und Diskriminierungen, die auf willkürlichen Abgrenzungen wie "Rasse" oder Geschlecht beruhen, zu beenden. Das klassische Beispiel einer Befreiungsbewegung ist die der Farbigen in Nordamerika. Die Sympathie, die diese Bewegung bei progressiv denkenden Menschen hervorrief, und ihr anfänglicher - wenn auch bescheidener - Erfolg, machte sie zu einem Vorbild für andere unterdrückte Gruppen. Bald gab es eine Befreiungsbewegung für Homosexuelle, für Indianer und für spanischsprachige AmerikanerInnen. Wie dann auch die Frauenbefreiungsbewegung mit ihren Kampagnen begann dachten viele, dass das die letzte große ausstehende Befreiung sein würde. Die Diskriminierung aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit wurde selbst in den aufgeklärten Kreisen für die letzte ausständige Form der Diskriminierung gehalten.

Wir sollten aber immer sehr vorsichtig sein mit solchen Bezeichnungen wie "letzte ausständige Form der Diskriminierung". Wenn man etwas von den Befreiungsbewegungen lernen kann, dann, dass es sehr schwierig ist sich unterschwelliger Vorurteile im eigenen Denken bewusst zu sein, bis wir von anderen mit der Nase drauf gestoßen werden.

Eine Befreiungsbewegung verlangt von uns, unseren moralischen Horizont zu erweitern. Handlungen, die wir bisher als normal oder "natürlich" oder vielleicht sogar unumgänglich angesehen haben, stellen sich vielleicht als lediglich die Konsequenz eines nicht zu rechtfertigenden Vorurteils heraus. Wer könnte von sich behaupten, dass die eigenen Handlungen und Ansichten nicht mehr weiter hinterfragbar wären? Wenn wir nicht zur Gruppe der UnterdrückerInnen zählen wollen, dann müssen wir bereit sein, alle unsere Ansichten bzgl. anderer Gruppen, und seien sie noch so fundamental, neu zu überdenken. Wir müssen unsere Ansichten und die daraus folgenden Handlungen auch vom Standpunkt derer betrachten, die unter ihnen leiden. Wenn wir fähig sind, diesen uns ungewohnten mentalen Schritt zu vollziehen, dann finden wir vielleicht ein Schema in unserem Denken, das eine gewisse Gruppe (meistens die, zu der wir selber gehören) auf Kosten einer anderen bevorzugt. So erkennen wir, dass eine neue Befreiungsbewegung notwendig wird.

Ich möchte diesen mentalen Schritt bzgl. einer sehr großen Gruppe von Lebewesen anregen: der nicht-menschlichen Tiere. Und die neue Befreiungsbewegung, die notwendig geworden ist, ist die Tierrechts- bzw. Tierbefreiungsbewegung.