Tierausbeutung


Pelze
Tierversuche
Nutztiere
Jagd
Tierzirkus
Tradition


Bestandsaufnahme der Tierausbeutung in Österreich



Trotz jahrzehntelanger Anstrengungen von TierschützerInnen ist die Tierausbeutung schlimmer denn je. Obwohl es gelungen ist, einige Formen der Tiermißhandlung abzuschaffen, bleibt das Gros noch immer unangetastet und ist sogar im Steigen begriffen.Die industrielle Tierausbeutung mit ihrer mechanisierten, gefühllosen, automatisierten Gewalt gegen nicht-menschliche Tiere in unvorstellbarem Ausmaß ist ungebrochen. „Das Tier“ hat in unserer Gesellschaft noch immer den Stellenwert von Sachen, ist unendlich viel weniger wert als der Mensch, kann auch Eigentum eines Menschen sein und hat keinerlei eigenständige Rechte. Entsprechend minimal ist der Schutz gegenüber Mißhandlung. 
Die Regulation der Mißhandlung nicht-menschlicher Tiere mittels sogenannter Tierschutzgesetze ist in Österreich Ländersache. Dazu gibt es wenige Ausnahmen. So gelang es im Jahr 1988 einen Zusatzparagraphen ins Allgemeine Bürgerliche Gesetz Buch einzuführen, den §285a, der besagt, daß nicht-menschliche Tiere keine Sachen seien und für sie spezielle Gesetze auszuarbeiten wären. Bis heute ist es allerdings bei dieser Intention der GesetzgeberInnen geblieben, ohne faktische Konsequenzen für die nicht-menschlichen Tiere. Diese sind in Österreich de facto weiterhin rechtlos, weiterhin Eigentum, weiterhin gesetzlich den Sachen gleichgestellt. Im Strafgesetzbuch gibt es dann noch den §222, der Tierquälerei verbietet, wobei darunter nur vorsetzliche, schwere Mißhandlungen verstanden werden, von denen alle üblichen Praktiken der Tierausbeutung explizit ausgenommen sind. Entsprechend selten kommt er auch zur Anwendung.

Pelze

Am 30. November 1998 mußte die letzte österreichische Pelzfarm schließen. Seitdem ist die Pelzproduktion in Österreich verboten. Dennoch gibt es etwa 200 KürschnerInnen und Pelzgeschäfte in Österreich, davon sind rund 100 in Wien. In einer Studie des Deutschen Pelz Instituts werden die traditionellen Pelzkundinnen als Frauen bezeichnet, die einen strikten Lebensplan verfolgen: Heirat – Kinder – Ehemannkarriere – Pelz.

30%-50% der Pelze in Österreich stammen vom Fallenfang aus Alaska, Kanada und Rußland. Dafür werden die Pelztiere in mittelalterlich anmutenden Fangeisen aus Metall, sogenannten Tellereisen, gefangen. Diese mittlerweile schon in der gesamten EU verbotenen Geräte haben die Eigenschaft so fest und rasch zuzuschnappen, daß das Tier nicht entkommen kann, aber wiederum so leicht, daß der Pelz des Tiers nicht beschädigt wird. So werden den gefangenen Tieren durch die Fallen die Extremitäten gebrochen, oder sie werden um den Hals oder Bauch in furchtbarer Lage festgehalten, bis die FallenstellerInnen nach 1 bis 7 Tagen wieder einmal vorbeikommen. Wassertiere werden in Unterwasserfallen bis zum Ertrinken gehalten, Baumtiere hängen tagelang an den Fallen von den Bäumen. 90% der in Fallen gefangenen Tiere gehören nicht zu der Tierart, für die die Fallen aufgestellt waren. Sie sind dann Abfall der Pelzindustrie. Insgesamt werden weltweit jährlich etwa 600 Millionen Tiere in Tellereisen gefangen, um die Nachfrage der Pelzindustrie zu befriedigen.

Die restlichen 50%-70% der Pelze in Österreich stammt aus Pelzfarmen. Nerze, die häufigste Pelztierart in Farmen, etwa 27 Millionen jährlich weltweit, müssen in 30cm mal 90 cm großen Käfigen auf Drahtgitterböden, oft 3 bis 5 Individuen pro Käfig, von ihrer Geburt im Mai bis zum November auf ihren Tod warten. Nerze sind etwa 35 bis 40 cm lang. Als Wassertiere, mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen, sehen sie niemals in ihrem Leben Schwimmwasser. Die Käfige sind völlig strukturlos, es gibt kein Stroh oder Kratz- bzw. Kletteräste. Manchmal werden Nestboxen, leere winzige Holzkisterln, zur Verfügung gestellt. Als EinzelgängerInnen leiden Nerze besonders unter den Bedingungen in der Massentierhaltung.

Als zweithäufigstes Pelztier werden etwa 5 Millionen Füchse weltweit auf Farmen gezüchtet. Sie müssen typischerweise in Käfigen der Größe 50 mal 120 cm leben, oft mehrere Individuen zusammen. Alle Käfigwände incl. dem Boden bestehen aus weitmaschigem Drahtgitter, die Käfige selbst sind völlig strukturlos und ohne Stroh oder dergleichen. Den normalerweise in Erdhöhlen lebenden Füchsen wird keine Möglichkeit zum Graben geboten, sie bekommen Erde niemals im Leben zu spüren. Der Draht der Gitterböden zerschneidet ihnen die Pfoten.

Alle Pelzfarmen weltweit bieten etwa gleiche Bedingungen, von Korea bis Skandinavien. Es gibt keine „Freilandhaltung“ für Pelztiere. Die größten Pelzfarmen haben bis zu 500,000 Nerze. Aus der EU stammen etwa 60% der weltweit in Farmen „produzierten“ Pelze.

Unter den oben genannten Bedingungen ist die Sterblichkeit der Pelztiere sehr hoch. Etwa 20%-30% der Jungtiere verenden vor Beginn der Pelzsaison in ihren Käfigen. Selbstverstümmelungen und Infantizid durch die Mütter sind allgemein bekannte „Probleme“ auf Pelzfarmen. Die Befruchtung erfolgt künstlich bei Zuchtauswahl durch die PelzfarmerInnen. Einschlägigen Studien zufolge sind alle Pelzfarmtiere praktisch ausnahmslos schwer geistig gestört und neurotisch. Sie zeigen stereotype Bewegungen, schlagen die Köpfe gegen die Käfigwand oder springen monoton auf und nieder. Die Tötung der Nerze erfolgt durch Vergasen (oft indem die Nerze in eine Kiste gestopft werden, in die die Auspuffgase eines Traktors strömen, mit dem dann 30 Minuten herumgefahren wird) oder durch Genickbruch. Die Füchse werden mittels Stromschlag zwischen Afteröffnung und Zunge getötet.

Tierversuche

Seit 1988 gibt es in Österreich ein bundesweites Tierversuchsgesetz. Dieses besagt, daß alle Versuche mit wissenschaftlicher Fragestellung an lebenden Wirbeltieren einem Genehmigungsverfahren unterliegen müssen. Allerdings besteht diese sogenannte Ethikkommission, die die Genehmigung erteilen kann, mehrheitlich aus TierexperimentatorInnen, die sich natürlich gegenseitig nichts in den Weg legen. Kontrollen finden angeblich einmal jährlich in jedem Forschungslabor statt. Im übrigen sind nach obiger Definition Versuche an wirbellosen Tieren wie Kraken, an toten Tieren wie beim Sezieren in Vorlesungen, oder standardisierte Giftigkeitstests wie Prüfungen von Impfseren an Kaninchen, nicht genehmigungspflichtig.

In Österreich gibt es unzählige Tierversuchslabors, von Universitätsinstituten im Bereich Forschung und Lehre bis zu privaten Forschungslabors oder sogar kommerziellen Tierversuchslabors, deren Gewerbe darin besteht, für Herstellerfirmen die Giftigkeit beliebiger Produkte an nicht-menschlichen Tieren zu testen. Diese kommerziellen Labors versenden auf Anfrage Preislisten, wie viel pro Individuum welcher Tierart zu bezahlen ist. Die Herstellerfirma retourniert den zu testenden Stoff zusammen mit der gewünschten Anzahl von Tieren der gewünschten Tierarten, die für die Tests verwendet werden sollen. Die Tests werden dann von sogenannten TierpflegerInnen durchgeführt.

In Österreich wurden im Jahr 1998 insgesamt 157,248 nicht-menschliche Tiere bei Tierversuchen registriert. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, Schätzungen liegen bei 300,000. Versuche an wirbellosen Tieren, oder an nicht-menschlichen Tieren, die vor dem Versuch getötet worden sind, wurden sogar offiziell dabei nicht erfaßt. Ein Beispiel eines solchen nicht erfaßten Versuchs ist der folgende: ein Forscherteam importierte insgesamt 400 Primaten aus Südamerika, Afrika und Südostasien, und zwar mehrheitlich Wildfänge, tötete sie mit einer Giftspritze, schnitt ihre Augen heraus und untersuchte welcher Anteil des Lichts verschiedener Farben von diesen Augen absorpiert werden kann, einfach um die Neugier zu befriedigen zu wissen, was für Farben diese Affen sehen könnten, wären sie noch am Leben.

Nach offizieller Statistik waren etwa 60% der gemeldeten Versuche Toxizitätstests, also Tests zur Giftigkeit von Substanzen, bei denen den Versuchstieren die jeweilige Substanz in den Magen, in die Augen oder in vorher zugefügte Wunden verabreicht wird.

Im Jahr 1999 wurde eine neue Verordnung an das Tierversuchsgesetz angehängt, die die Versuche für Kosmetika und ihre Inhaltsstoffe in Österreich in Zukunft verbieten soll. So sehr das als positiver Schritt zu werten ist, muß bedacht werden, daß nur etwa 0.6% aller Tierversuche die Giftigkeit von Kosmetika und ihrer Inhaltsstoffe zum Ziel haben. Die große Mehrheit der Versuche bleibt damit unangetastet.

Etwa 40% der Tierversuche in Österreich dient sogenannten „medizinischen“ Zwecken. Darunter sind sowohl Versuche zu verstehen, bei denen die Wirkung neuer Medikamente an vorher künstlich krank gemachten nicht-menschlichen Labortieren erprobt wird, als auch Versuche im Bereich der Grundlagenforschung, mit anderen Worten, Tierversuche aus Neugier. Ein Beispiel für ersteres wäre der Test neuer Psychopharmaka an vorher mit unregelmäßigen Stromschlägen neurotisch gemachten Ratten. Ein Beispiel für Tierversuche aus Neugier sind die Hirnversuche, bei denen Teile des Gehirns eines nicht-anästhesierten Affen unter Strom gesetzt oder lädiert werden, um die Folgereaktionen zu untersuchen. Bis heute werden solche Versuche, bei denen den Affen praktisch Steckdosen in die Hirnschale zementiert werden, durchgeführt.

Insgesamt geht die Anzahl von Versuchstieren zurück, in erster Linie, weil die Alternativen zu Giftigkeitstests laufend verbessert werden. Dagegen nehmen allerdings Versuche zu „medizinischen“ Zwecken weiterhin zu. Zum Beispiel rücken Versuchsreihen in Sachen Genmanipulation immer mehr in den Vordergrund. Ebenso zunehmend ist die Anzahl der in Versuchen verwendeten PrimatInnen.

In Orth an der Donau hält die Firma Immuno/Baxter 43 SchimpansInnen in dem Keller des dortigen „Primatenzentrums“ in Käfigen der Größe 2.2 m mal 2.2 m und 2.3 m Höhe auf dicken Eisenstangen als Boden. Neben Holland, wo in Labors der Firma TNO etwa 180 SchimpansInnen für Versuche gehalten werden, ist damit Österreich das einzige Land Europas, das Versuche an Menschenaffen durchführt. Die SchimpansInnen werden für Versuche mit AIDS und Gelbsucht verwendet.

Eine neue Gesetzgebung soll in Zukunft sicherstellen, daß nur noch speziell gezüchtete Versuchstiere, also keine entwendeten Haustiere, für Tierversuche verwendet werden dürfen. Aber gerade die Haltung der Versuchstiere in Labors oder Zuchtstationen ist besonders zu kritisieren. Es gibt keine verbindlichen Mindeststandards, die Tiere werden in kleinsten Käfigen steril gehalten, viele sogar unter keimfreien Bedingungen, sehen also niemals die Außenwelt und werden das Labor nur mehr im toten Zustand verlassen können. Eine Untersuchung des Deutschen Tierschutzbunds zur Situation der Primaten unter den Haltungsbedingungen in europäischen Versuchslabors und Zuchtanstalten ergab, daß sie praktisch alle ausnahmslos schwer geistig gestört waren. Im Mittel sterben 80% der im Freiland gefangenen Affen auf der Reise ins Versuchslabor.

Etwa 85% der Versuchstiere in Österreich sind nach der offiziellen Statistik Nagetiere (Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Hamster, etc.), rund 10% sind Kaninchen, und der Rest wird von landwirtschaftlichen Nutztieren, Hunden, Katzen, Affen, Menschenaffen und anderen gebildet.

Nutztiere

Immer noch stammen etwa 90% der in Österreich erhältlichen Hühnereier aus Legebatterien. Dabei werden die Hühner meistens zu fünft in so kleinen Käfigen auf schrägen Drahtgitterböden gehalten, daß jedem Huhn nur etwa ¾ einer A4 Seite an Bodenfläche zur Verfügung steht. In solchen Käfigen müssen über 6 Millionen Hühner in Österreich 18 Monate ihres Lebens fristen, bevor sie getötet werden. Allen Haltungsarten von Legehühnern, also auch der Freilandhaltung, ist gemeinsam, daß die männlichen Küken, immerhin jährlich etwa 3 Millionen, unmittelbar nach der Geburt ausgesondert und erstickt oder gemust werden.

In der Hühnermast sind die Hühner in einer Besatzdichte von 44 Hühnern pro Quadratmeter in fensterlosen Hallen die ersten 5-6 Wochen ihres Lebens eingesperrt, bevor sie zur Schlachtung kommen. Sie würden erst mit etwa 20 Wochen geschlechtsreif und hätten dann eine Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren. In der Geflügelmast, speziell bei Truthühnern, wird bei den Küken die Schnabelspitze mit glühenden Eisen entfernt, um „Ausfälle“ aufgrund erhöhter Aggression, die durch die enge Haltung auftritt, einzudämmen. Durch die spezielle Zucht der Masthühner zu raschem Wachstum und großer Brust, brechen sich ein Drittel aller Hühner die Beinknochen bevor sie in den Schlachthof gelangen, weil ihr unnatürlich großer Körper zu schwer für die zarten Beine ist. Bei der Schlachtung werden die Hühner an den Füßen an Haken gehängt, die sie dann über ein Förderband an einem elektrisch geladenen Wasserbad vorbei zu den automatischen Messern führen. Österreichweit werden jährlich über 61 Millionen Hühner so getötet.

Die weiblichen Zuchtschweine müssen mehrere Monate pro Jahr in einem engen Metallkorsett, dem sogenannten Kastenstand, verbringen, in dem sie sich weder bewegen noch umdrehen können. Die neugeborenen Ferkel bekommen bei vollem Bewußtsein die Zähne mit der Zange geschnitten und den Schwanz um die Hälfte gekürzt. Die männlichen Ferkel werden auch gleich von völlig ungeschultem Personal und ohne Anästhesie kastriert. Nach einer Woche bei der Mutter wird die Familie getrennt und die Schweine kommen zunächst in Käfige in der Ferkelbatterie und zuletzt in Mastboxen, in denen den 100 kg schweren Tieren gerade 0.6 m mal 1m pro Schwein zur Verfügung stehen. Darin leben sie auf Spaltenböden ohne Einstreu, im eigenen Dreck, permanent in fensterlosen Hallen, bis sie nach 5 Monaten zur Schlachtung kommen. Schweine werden nach etwa 2 Jahren geschlechtsreif und könnten zwischen 15 und 35 Jahre alt werden, abhängig von ihrer „Zuchtrasse“. In Österreich ist weit weniger als 1% der Haltung von Schweinen Freilandhaltung, aber auch dort werden die Tiere noch als Kleinkinder getötet.

Im Schlachthof erfolgt die Betäubung durch eine Elektrozange oder in der Gaskammer, bevor die Tiere an den Hinterbeinen hochgezogen werden und ihnen die SchlächterInnen den Hals aufschneiden. Untersuchungen belegen, daß durch schlampiges Betäuben unter Zeitdruck etwa 70% der Schweine noch vor der Tötung ihr Bewußtsein wiedererlangen. In Österreich werden jährlich über 5 Millionen Schweine so getötet.

Etwa 50% der Mastrinder sehen niemals eine Weide. Viele sind dauerhaft angebunden, permanent am Hals angekettet. Ein sogenannter Kuhtrainer, ein elektrischer Draht über ihrem Kopf, soll sie durch Stromschläge dazu „erziehen“, beim Kot- oder Harnabsetzen einen Schritt zurück zu machen, damit die Exkremente gleich in die Güllegrube fallen. An derselben Stelle, auf hartem Beton mit angekettetem Hals, müssen die Kühe auch nach künstlicher Befruchtung ihre Kinder gebären. Durch Überzüchtung und grausame Haltungsbedingungen haben viele Rinder in Daueranbindung Klauenverformungen, offene Gelenkswunden, Gebärmuttervorfall, Dackelbeinigkeit und Schwanzspitzenentzündung. Die Betäubung vor der Schlachtung erfolgt durch Bolzenschußapparat. Jährlich werden etwa 620,000 Rinder und 150,000 Kälber geschlachtet. Insgesamt gibt es 2,300,000 Rinder jeglichen Alters in Österreich.

690,000 dieser 2.3 Millionen Rinder sind Milchkühe. Eine Kuh gibt nur Milch, nachdem sie ein Kind geboren hat. Jedes Jahr muß die Kuh nach künstlicher Befruchtung neu gebären, damit der Milchfluß nicht versiegt. Nach 5-6 Jahren werden auch die Milchkühe, die bis 30 Jahre alt werden könnten, getötet, weil ihre Milchleistung zurückgeht. Viele Kälber, vor allem die männlichen, werden zur „Fleischproduktion“ nach 3-5 Lebensmonaten geschlachtet. Der Rest – etwa 2000 Kälber pro Woche – wird in 70 stündigen Transporten bis nach Spanien zur Mast exportiert oder in gewissen EU-Schlachthöfen für die sogenannte Herodesprämie vernichtet bzw. „dem übersättigten Fleischmarkt entzogen“.

Auch andere Tiere, wie z.B. 100,000 Schafe, 3,500 Ziegen und 1,600 Pferde jährlich, tragen zum österreichischen Fleischberg von etwa 870,000 Tonnen pro Jahr bei. Das sind also pro Mensch mehr als 100kg. Dem steht eine Kuhmilchproduktion von jährlich 3.3 Millionen Tonnen gegenüber.

Etwa 250 Millionen Nutztiere werden jedes Jahr in Lebendtiertransporten in der EU oft bis zu 5 Tage ohne Nahrung, Auslauf oder Rast über die Grenzen verschleppt. Dem stehen EU-Importe von etwa 120 Millionen lebender Tiere pro Jahr gegenüber. Nicht selten verenden ganze Schiffsladungen von Tieren bei der Fahrt über das Mittelmeer. Etwa 20 LKWs mit z.B. 250 Kälbern oder 35 erwachsenen Rindern queren jeden Tag von Norden nach Süden durch Östereich. Das im internationalen Vergleich relativ restriktive österreichische Tiertransportgesetz wurde nie angewandt, und letztendlich vom EU-Gerichtshof ausgehebelt. Eingerichtete Labestationen werden nicht angefahren, die laxen EU-Richtlinien so schlecht kontrolliert, daß ihre Einhaltung praktisch nie vorkommt.

Jagd

Aus den meisten Tierschutzgesetzen ist die sogenannte „weidgerechte“ Jagd explizit ausgenommen. Bei der Jagd gilt somit kurioser Weise, daß die TäterInnen selber, also die JägerInnen, bestimmen dürfen, welche Taten legal, nämlich weidgerecht, sind. Insgesamt gibt es etwa 110,000 JägerInnen, die etwa 600,000 Säugetiere und 320,000 Vögel pro Jahr töten. Bei allen Tieren außer Paarhufern wie Rothirsch, Reh, Gemse und Wildschwein gestehen selbst die JägerInnen zu, daß jegliche Jagd zur „Bestandskontrolle“ nicht notwendig ist. Aber selbst bei Paarhufern regelt sich die Bevölkerungsdichte ohne menschlichen Eingriff, allerdings regional möglicherweise nicht in einer mit der intensiven Forstwirtschaft vereinbaren Weise. Im Moment wird jedenfalls für Paarhufer in solchem Ausmaß seitens der JägerInnen zugefüttert, daß im Vergleich zum selbst regulierten Gleichgewicht viel zu große Populationen vorhanden sind, von denen dann die Jägerschaft behauptet, daß sie reduziert werden müßten. In vom WWF gepachteten Jagdrevieren des Nationalparks Hohe Tauern, in denen weder gejagt noch zugefüttert wird, wurde eine Untersuchung durchgeführt, die belegt, daß Paarhufer auch ohne jegliche Zufütterung ein selbst reguliertes Gleichgewicht erreichen, ohne dabei den Wald zu ruinieren. Verschiedenste andere Studien, auch internationale, haben das bestätigt.

Den Blattschuß, also den sofortigen Tod des angeschossenen Tieres, gibt es in der Praxis nicht. Einerseits kommen die JägerInnen nicht nahe genug an ihre Opfer heran um auch so gut zu treffen, andererseits streuen Schrotladungen z.B. schon gute 4m nach 50m Flugdistanz. Angeschossene Tiere, die zunächst entkommen und dann elendiglich verenden, sind somit der Normalzustand. Bei abendlicher Jagd und bei der Jagd auf Wildschweine wird sogar im Jagdprüfungsbehelf ausdrücklich empfohlen die sogenannte „Nachsuche“ nach verletzten Tieren erst am nächsten Tag bzw. nach geraumer Zeit zu machen. Gerade Wildschweine können praktisch nie beim ersten Schuß getötet werden und aufgrund ihrer Gefährlichkeit bei Verwundung wird von jagdlicher Seite empfohlen solange zuzuwarten, bis das Tier genügend geschwächt ist. Im übrigen gilt in Österreich sogar noch die Saufeder, eine Art Speer, als „weidgerechte“ Tötungswaffe für angeschossene Wildschweine. Und bei den Wildschweinen, aber auch bei sogenanntem Raubzeug wie Fuchs, Marder und anderen Tieren, werden sogar schwangere Indiviuen und Muttertiere mit Nachwuchs gejagt. 

Es gibt auch heute noch die „weidgerechte“ Fallenjagd mit Quetschfallen, bei denen die Opfer zwischen zwei Eisenbügeln mit 180kg Druckkraft zerquetscht werden, oder Prügelfallen, bei denen Gewichte auf das ahnungslose Opfer herunterstürzen. Oft geraten die Tiere mit Extremitäten oder nicht-lebenswichtigen Körperteilen in die Fallen, und müssen dann fürchterlich verstümmelt an Ort und Stelle unter unsäglichen Qualen ausharren, bis die JägerInnen wieder vorbeikommen.

Jagdhunde werden gezielt, oft sogar am lebenden Subjekt, auf Schärfe abgerichtet, um sogenanntes „Raubwild“ (z.B. Marder oder Fuchs) bzw. „Raubzeug“ (z.B. Hauskatzen) totzubeissen. Aber auch verletzte Paarhufer soll der Jagdhund angreifen und womöglich töten. Bei der Baujagd werden gewisse Jagdhunde in den Bau von Füchsen oder Dachsen gelassen, damit sie dort ihre Opfer stellen und in einen Kampf auf Leben und Tod verwickeln. Die JägerInnen graben derweil in die Richtung des Kampfeslärms, um nach Möglichkeit das in den Jagdhund verbissene Wildtier zu greifen, zu erschlagen oder zu erschiessen. Immerhin sterben auf diese Weise rund 6,000 Dachse und eine unbekannte Anzahl von Füchsen jährlich.

In vielen Gegenden Österreichs werden gezielt Fasane in großen Volieren gezüchtet, oft tausende in so engen Verhältnissen, daß sie sogenannte Blinker, das sind kleine Plastikplättchen, durch den Schnabel gebohrt bekommen, um ihnen so die Sicht nach vorne zu versperren und damit die Möglichkeit zu nehmen, andere Vögel aufgrund ihrer durch die Enge der Haltung hervorgerufenen Aggression anzugreifen. 2 bis 4 Wochen vor einer Treibjagd werden sie dann in die Freiheit gesetzt, um die Chancen aufs „Jagdglück“ zu erhöhen. Zuvor muß natürlich die lokale Fuchspopulation ausgerottet werden, damit die völlig lebensunfähigen, unerfahrenen Fasane aus der Massentierhaltung nicht zur leichten Beute der Füchse werden. Es gibt auch Schießplätze, an denen in gewisser Entfernung Käfige stehen, aus denen die Fasane durch Seilzug einzeln ins Freie gelassen werden können, damit die JägerInnen lebende Zielscheiben haben.

In verschiedensten Gegenden Österreichs gibt es auch noch die Gatterjagd, bei der die Tiere in Gefangenschaft gehalten und gefüttert werden, um dann gegen gutes Geld den JägerInnen zur Verfügung zu stehen. Die Opfer werden innerhalb der Gatter getrieben und beschossen. Für die Verbreitung der Gatterjagd gibt es keine verläßlichen Daten, weil der Jägerschaft die „Unehrenhaftigkeit“ dieser Jagdart zu unangenehm ist, als daß sie sich ohne Anlaß öffentlich dazu bekennen würde.

Tierzirkus

Ausgenommen im kurzen Winterlager ist ein Zirkus permanent auf Tournee. Die Zirkustiere müssen daher über 90% ihres Alltags in Transportfahrzeugen leben. In der Tierschau werden die „Bestien“ als Kuriositäten in engsten Käfigen ausgestellt, um die Neugier Schaulustiger zu befriedigen. ElefantInnen werden zumeist vorne und hinten angekettet gehalten. Immer noch werden Wildtiere über dunkle Kanäle aus den verschiedenen Kontinenten eingeführt, meistens nachdem sie als Kinder in der Freiheit gefangen worden waren, wobei ihre Eltern erschossen wurden. Den frischen Neuankömmlingen wird in speziellen Lagern durch ständige Schläge und Brutalitäten der Willen gebrochen. Erst danach sind sie reif für die Dressur.

Englische TierrechtlerInnen, die sich im „Dressurcamp“ der Zirkusfamilie Chipperfield als TierpflegerInnen anstellen ließen und dann verdeckt recherchierten und filmten, belegten mit Videos, daß 4 neue ElefantInnen jede Früh planmäßig geschlagen wurden. Bei den ersten Dressurversuchen von ElefantInnen, Kamelen, TigerInnen und LöwInnen waren auch Schläge und elektrische Stromstöße das Mittel zur Unterwerfung. SchimpansInnen wurden mit der Reitgerte geprügelt, wenn sie nicht gehorchten. Für unfolgsame ElefantInnen gibt es auch das Spannen, bei dem dem Opfer mit Ketten an allen 4 Beinen diese schmerzhaft auseinandergezogen werden.

In der Saison 1998 hatte der österreichische Nationalzirkus Louis Knie, wie in ihrem Programmheft ersichtlich, 7 BengaltigerInnen samt englischer Dompteuse Marnie Louise Dock aus der „renommierten Zirkusfamilie Chipperfield“, die in demselben Programmheft auch als „angesehene Tierschule“ bezeichnet wird, mit auf Tournee. In der Saison 1999 waren nach Angaben der TierwärterInnen auch 2 ElefantInnen dieser „angesehenen Tierschule Chipperfield“ dabei. Die Vernetzung zwischen diesen Zirkussen ist also offensichtlich.

Tradition

Neben der obigen Tierausbeutung gibt es in Österreich natürlich noch eine Reihe von traditionellen Tierquälereien, die aus verschiedensten Gründen bisher beibehalten wurden. Dazu zählt z.B. die Singvogeljagd im Salzkammergut, das Widderstoßen im Zillertal, die Pferderennen, das Orgien-Mysterien-Theater vom Nitsch im Weinviertel, die Lipizzaner, das Fischen usw.

Auch die traditionellen Haustiere werden i.a. brutal genutzt und für die Gewinnmaximierung mißbraucht, wie z.B. bei Haustierhandel und –haltung, bei der Verstümmelung von Haustieren aus kosmetischen Gründen, in der Polizeihundehaltung und –ausbildung, als Wachhunde etc.

Im Vergleich zu den Arten von Tiermißbrauch, die in Österreich beendet werden konnten, ist die Liste der weiter praktizierten Arten von Tiermißbrauch scheinbar unendlich lang. In der gesamten Geschichte dieses Landes wurden wahrscheinlich noch nie so viele nicht-menschliche Tiere so grausam mißhandelt und ausgebeutet wie in diesen Tagen. Und es gibt praktisch keine Menschen, die nicht unmittelbar persönlich daran mitbeteiligt sind.

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