Klimavorlesung im Wiener Rathaus

Klimaschutz und der Konsum von Tierprodukten hängen eng miteinander zusammen. TierschützerInnen nutzen eine Veranstaltung im Wiener Rathaus mit hochkarätigen wissenschaftlichen Gästen, um dies zu thematisieren.



Am 25.06.2007 fand im Wiener Rathaus im Rahmen der Wiener Vorlesungen der Stadt Wien eine Veranstaltung zum Thema Klimaschutz statt. Die Wissenschaftlerin des Jahres 2005, Helga Kromp-Kolb, hielt im zum Bersten vollen Festsaal vor 800 BesucherInnen einen Vortrag über die Grundlagen, die Entstehung und Szenarien des Klimawandels. Der Verkehrsexperte Hermann Knoflacher von der TU Wien und die BOKU-Wissenschafterin Gerlind Weber ergänzten den Vortrag der Meterologin Kromp-Kolb um stadt- und raumplanerische Elemente.

Viehzucht ist global der Hauptverursacher des Klimawandels. Laut einer Studie der UNO Teilorganisation FAO trägt die Landwirtschaft mit 18% aller anthropogenen (=vom Menschen verursachten) Treibhausgase (Methan, Stickoxide, Kohlendioxid, Ammoniak,..) noch mehr zum Treibhauseffekt bei als der Verkehr. Immerhin wird für die Produktion einer tierlichen Kalorie zwischen 3 und 17 Kalorien (je nach Tierart und Tierprodukt) an pflanzlichen Futtermitteln verbraucht. Die FAO warnt deshalb vor der Gefährlichkeit von Fleischproduktion für die Umwelt.

Leider ist diese Tatsache in der Öffentlichkeit nicht hinlänglich bekannt, und wird vor allen nicht hinreichend intensiv thematisiert und diskutiert. Die Politik klammert das Thema auch aus. Der Umweltminister Pröll ist gleichzeitig auch Landwirtschaftsminister und subventioniert die Viehwirtschaft übermäßig.

AktivistInnen der Veganen Gesellschaft Österreich und des VGT nutzen deshalb die Gelegenheit um die klimainteressierten Wiener und Wienerinnen über die Fakten zu informieren. Auch die Klimatologin Kromp-Kolb bestätigte nach einer Wortmeldung des Obmanns der Veganen Gesellschaft, dass Fleischkonsum klimaschädlich ist, dass die Viehzucht ein ganz wesentlicher Faktor für den Klimawandel ist und dass aus einer Umweltperspektive mindestens ein „weniger an Fleisch“ angesagt sei. Die vor dem Rathaus verteilten Flugblätter fanden sehr großen Anklang und wurden interessiert gelesen. Es bleibt zu hoffen, dass neben dem Verkehr (der selbstverständlich auch klimaschädlich ist) auch die Viehzucht genug Platz in der öffentlichen Diskussion einnimmt. Eine rein pflanzliche Ernährung dient dem Klima am meisten, da leider auch Tierprodukte wie Käse einen großen Rucksack an Emissionen hinter sich herschleppen.

Flugblatt über Klimaschutz und Fleischkonsum zum Download
Original UNO Dokument
Staat fördert Fleischproduktion
Infos zu Umwelt und Fleischkonsum
Infos von Greenpeace zum ökologischen Fußabdruck von Fleisch

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