Islam trifft Tierschutz

Am 13.09.2007 fand im Islamologischen Institut in Wien ein Symposium statt, das „Tierschutz im Islam" zum Thema hatte. Die Vegane Gesellschaft Österreich hatte einmal mehr die Gelegenheit über die Hintergründe der Tiernutzung sowie der tierschonenden veganen Alternative zu berichten.

Tierschutz im Islam

Geladen wurde vom Islamologischen Institut – verteten vom Direktor Mag. Amir Zaidan – sowie von halal.de – vertreten durch DI Mahmoud Tatari – und vom Salzburger Tierrechtsverein RespekTiere, der sich schon seit längerem mit der Problematik des Schächtens auseinandersetzt. Mag. Zaidan eröffnete das Symposium mit der Erläuterung der Begrifflichkeiten, die mit dem religiösen Schlachtvorgang einhergehen. So wurden auch die Schlüsselwörter „Halal" (das „Gestattete") und "Haram" ("das Unerlaubte") den rund 30 Anwesenden erklärt. „Haram"/Verboten ist im Islam nicht nur Schweinefleisch, sondern auch vergossenes Blut und „Verendetes", was zum Beispiel auf ein Tier zuträfe, das vor der rituellen Ausblutung stirbt. Da das bei einer vorrausgehenden Betäubung der Fall sein könnte, wird diese nur nach dem Kehlschnitt akzeptiert, was Post-cut Stunning genannt wird und in Österreich vorgeschrieben wird.

Die Organisation halal.de hat sich zum Ziel gesetzt, Lebensmittel weitgehend nach den Halal-Kriterien zu zertifizieren und zeichnete bereits 1.300 Produkte aus. Unter ihnen befinden sich keine mit Fleisch oder Ei, da einerseits keine Käfigeier zu vertreten und andererseits die Herstellung von tierlichen Lebensmitteln ohnehin schwer bis unmöglich zu kontrollieren seien: DI Tatari sprach von halal.de durchgeführten Fleisch DNA Proben. 30% der als „Halal" gekennzeichneten Produkte waren mit Schweinefleisch versetzt! Ein weiteres trauriges "Kuriosum": Gewürze aber auch Salz enthalten teilweise das Fett von Schweinen, um die Streufähigkeit zu erhöhen!

Die Vegane Gesellschaft Österreich zeigte in Filmen die alltäglichen Vorgänge im Schlachthof sowie in einer Brüterei, wo Küken künstlich ausgebrütet werden. Die Selektion der männlichen Tiere, die nicht als "Lege"huhn eingesetzt werden können und dadurch bereits an ihrem 1. Tag getötet werden, berührte viele der Anwesenden. Ebenso wie die Problematik der Tiernutzung in den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Tierschutz, wurden auch die Vorteile einer veganen Ernährung erläutert.

Weitere Berichte zu diesem Symposium sind auf den Websites der Tierrechtsvereine VGT und RespekTiere zu finden.

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