Diskussionsrunde zum Thema „Tiertransporte“
 

Grazer Tiertransportsymposium

An der vom Aktiven Tierschutz Steiermark im Hotel Wende am 10.01.08
organisierten Diskussionsrunde, zum Thema, ob regionale Fleischproduktion Tiertransporte verhindern kann, nahmen Experten aus den Sparten Ökologie (Herr Martin Schlatzer, Ernährungswissenschafter), Tierschutz (Herr Präsident Herbert Oster und Herr Generalsekretär Mag. Stefan Moser des Aktiven Tierschutzes Steiermark), Fleischerzeugung (Herr Johann Kaufmann vom Fleischhof Raabtal GmbH, Obmann des steirischen Vieh- und Fleischgroßhandels), Großkette (Herr Siegfried Weinkogl, Leiter Tann-Fleischwaren, Spar-Zentrale Graz) und Bio Ernte Steiermark (Herr Obmann Ing. Herbert Kain) teil.

Alle Diskussionsteilnehmer kamen darin überein, dass lange, überregionale Tiertransporte abzulehnen und - so möglich - zu vermeiden sind.

Das grundlegende Problem ergibt sich jedoch für die fleischerzeugenden Betriebe generell daraus, dass viele Kleinbetriebe auf Grund verschiedener Auflagen und mangelnder Förderungen dazu gezwungen waren und sind, zuzusperren und die besonders in Spitzenzeiten daraus resultierende Fleischknappheit Importe unumgänglich macht. Dennoch wurde hervorgehoben, dass speziell in der Steiermark die regionale Fleischproduktion zentralen Stellenwert besitzt. Einen generellen Lösungsansatz zu der Problematik Tiertransporte brachte Herr Martin Schlatzer ein, der darauf hinwies, dass laut einer Studie der FAO 18% aller Treibhausgase durch den Viehsektor verursacht werden. Bedenkt man den hohen Energieverbrauch für Futtermittel, Dünger und Tierhaltung, und die weltweiten Folgen für Umwelt und Klima, die dies mit sich zieht, so bleibt als endgültige Konsequenz lediglich ein völliger Verzicht auf Fleischkonsum bzw. ein bewusster Fleischkonsum, der sich nicht nur in einer Reduktion des Fleischverzehrs sondern auch in einem intelligenten Konsumentenverhalten, d.h. Kauf von qualitativ hochwertigem Biofleisch, äußern sollte. Letztendlich bestimmt der Konsument den Bedarf und auch das Angebot.

Die breite Ablehnung in der Bevölkerung gegenüber Lebendtiertransporten hat den Aktiven Tierschutz Steiermark schon vor Jahren veranlasst, in dieser Angelegenheit auch auf EU-Ebene aktiv zu werden. So wurden über den EU-Abgeordneten, Herrn Jörg Leichtfried, der sich diesbezüglich sehr engagiert zeigt, zahlreiche Eingaben in Brüssel gemacht. Weiters wurde im Jahr 2006 dem stellvertretenden EU-Kommissionspräsidenten Günter Verheugen eine Petition gegen Tiertransporte übergeben. Zur Zeit sammelt der Aktive Tierschutz Steiermark Unterschriften für den Exportstopp für Lebend-Tiertransporte. Unterschriftenlisten können beim Aktiven Tierschutz angefordert werden.

http://www.archenoah.at/tierschutz_aktuell.htm

 

 

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